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12. Juli 2024: Eröffnung der Radstation an der Feudenheimer Schleuse

Viele, die in den letzten Monaten an der Feudenheimer Schleuse vorbei geradelt sind, mögen sich über die einladend hellblauen Bänke auf der kleinen Wiese gewundert haben. Als nun neuerdings noch ein Bauwagen gleicher Farbe und ein rotes Banner hinzu kamen wurde klar, dass es sich hier um die ersten Bausteine einer Radstation handelt, die dann auch am 12. Juli feierlich durch den Verein RadKnoten eröffnet wurde. Wiederkehrender Anlaufpunkt der Veranstaltung war der genannte Bauwagen, der von Jugendlichen der Justus von Liebig-Schule zum „Food Truck“ umgebaut wurde und aus dessen Bauch nun reichlich Essen und Getränke quollen.

Bei gutem Wetter, bester Laune und dem Zustrom von zahlreichen Gästen begrüßte Ulrike Thomas im Namen des Vereinsvorstands zunächst mehrere Angehörige der Stadtverwaltung, darunter u.a. Mitglieder des Local Green Deal-Teams, des Stadtraumservice und der Verkehrsplanung. Unter den Gästen versammelten sich zudem Mitglieder aus dem Gemeinderat und Bezirksbeirat. Die starke Präsenz öffentlicher Institutionen hinterlässt die Hoffnung, dass die Ausgestaltung der Radstation vielleicht nicht mehr nur ideelle, sondern künftig auch finanzielle Unterstützung erfährt. Ulrike Thomas verwies auf die vielen technischen und bürokratischen Hürden, die bisher nur durch das außerordentliche Engagement einzelner Personen überwunden werden konnten. Die Unterstützungsliste reicht von Verwaltungsangestellten, die zumindest Kontakte vermittelten, über die Handwerker die den Strom- oder Wasseranschluss legten, bis zum Feudenheimer Bauer, der den Bauwagen mit dem Traktor auf die morastige Wiese geschoben hat. An vorderster Stelle wurde hier natürlich das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, namentlich Walter Braun und Horst Hupe, genannt. Denn schließlich hat die Behörde dem Verein das Gelände zur Verfügung gestellt. Und nicht zuletzt richtete sich der Dank auch an viele einzelne Mitglieder des Vereins, die auf einem langen Weg viel Zeit und Mühe in die Gestaltung der Radstation investieren mussten.

Elke Hülter, Projektleiterin und Schreinermeisterin an der Liebig-Schule, berichtete über den Bauwagen-Umbau und damit über das Kooperationsprojekt zwischen dem Freundeskreis der Schule und dem RadKnoten-Verein. Im gemeinsamen Projekt mit dem Titel „Sozialer Anschluss Radstation: Gesellschaftliche Teilhabe und Selbstwirksamkeit“ haben nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Vereinsmitglieder ordentlich mit angepackt. Die Lehrerin freute sich, den Jugendlichen mit dem Projekt neben den praktischen Fähigkeiten auch Selbstvertrauen und soziale Anerkennung vermittelt zu haben.

Bettina Franke verlieh René Leicht (der krankheitsbedingt nicht sprechen konnte) ihre Schauspielerstimme und blickte sozusagen „mit ihm“ anekdotisch zurück auf die Entstehungsgeschichte der Radstation und dabei bspw. auch auf die unwirtliche Umgebung der Schleuse, die als Besuchermagnet zwar viel Wasser aber dennoch keinen Schluck zum Trinken biete. Ein Trinkwasserspender wäre also schon ein erster Schritt mit dem die Stadt den durstenden Passanten helfen könnte. Ohnehin war die Veranstaltung auch dazu gedacht, durch persönliche Gespräche den Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung die weiteren Ziele zum Ausbau der Radstation (Radservice-Säule, E-Bike-Ladestation, Photovoltaik, Toilettenanlage usw.) vorzustellen. Hier konnte Robert Hofmann vom ADFC Mannheim mit einem Grußwort anknüpfen, das Projekt loben, aber auch darauf hinweisen, dass der ADFC die Aufgabe übernommen hat, an diesem Ort eine Radservice-Säule mit Montageständer, Luftpumpe und Werkzeug einzurichten.

Stimmungsvoll musikalisch untermalt wurde das Eröffnungsfest von Andreas Rathgeber, der mit seinem Akkordeon und französischem Musette Walzer sowie mit Fahrradliedern genau den richtigen Ton getroffen hat. Wie zu erwarten war die Feier dann auch nicht wie angekündigt um 17 Uhr, sondern erst in der Dämmerung zu Ende. Nicht zuletzt, weil es noch viel Gesprächsbedarf, aber auch reichlich Fingerfood und Flüssigkeit zu verzehren gab.